
Pflanzenwissen
Ökologien des Erinnerns und Handelns
19. März 2026 – 14. Februar 2027
Photo: Stephanie Beaugrand
By Jun.-Prof. Dr. Julia Binter and
Joanne Rodriguez
Mit der Ausstellung Pflanzenwissen – Ökologien des Erinnerns und Handelns entsteht im Global Heritage Lab der Universität Bonn ein Lern- und Begegnungsraum an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Stadtgesellschaft. Die Ausstellung lädt dazu ein, unterschiedlichen Wissensperspektiven zu begegnen und gemeinsam Fragen zu entwickeln, die zu nachhaltigem Handeln und einem achtsamen Zusammenleben mit Pflanzen und Umwelt anregen.
Die Ausstellung zeigt, dass unsere Beziehungen zu Pflanzen, Ökosystemen und Gewässern historisch gewachsen sind und bis heute von Kolonialismus, Versklavung und extraktiven Wirtschaftsweisen geprägt werden. Zugleich eröffnet sie Perspektiven für neue Formen des Zusammenlebens und der Wissensproduktion.
Künstler:innen mit familiären Bezügen zu Chile, Australien und Neuseeland, Nigeria, Mauritius, Indien und Jamaika bringen vielfältige kulturelle und biografische Perspektiven ein. Gemeinsam mit Wissenschaftler:innen der Universität Bonn entsteht ein vielstimmiger Dialog zwischen künstlerischer Praxis, Forschung und gelebter Erfahrung.
Strukturiert ist die Ausstellung entlang der vier Kapitel Frühling, Sommer, Herbst und Winter. In diesen Zyklen werden Prozesse von Wachstum, Ernte, Verlust, Erinnerung und Wandel sichtbar – ebenso wie die Frage, wie historische Formen von Kolonialismus und Extraktivismus die Beziehungen zwischen Menschen, Pflanzen und Wissen geprägt haben und welche neuen Formen des Forschens und Handelns daraus entstehen können.
Pflanzenwissen versteht sich als Einladung, mitzudenken, mitzuhören und mitzuhandeln.
Die Ausstellung wird vom Bonn Center for Dependency and Slavery Studies (BCDSS) gefördert und bringt zahlreiche dort tätige Wissenschaftler:innen mit künstlerischen Positionen zusammen. Sie entsteht in Kooperation mit den Botanischen Gärten der Universität Bonn sowie der Pharmazeutischen Biologie der Universität Bonn.
In Zusammenarbeit mit der Pharmazeutischen Biologie wurden Pflanzen aus der Ausstellung von Studierenden destilliert. Die dabei gewonnenen ätherischen Öle können im Duftlabor der Ausstellung sinnlich erfahren werden. Das Projekt eröffnet einen neuen Zugang zu Pflanzen zwischen Heilwissen, wissenschaftlicher Praxis und ästhetischer Wahrnehmung. Über das gesamte Ausstellungsjahr hinweg arbeiten Studierende aus Kulturwissenschaften und Biologie gemeinsam an diesen Fragestellungen. Dabei entsteht ein interdisziplinärer Forschungsraum, der erkundet, wie sinnlich biologische Prozesse sein können und wo sich Kunst und Naturwissenschaft begegnen.
Zwei kuratierte Lesebereiche vertiefen die Themen der Ausstellung: Eine von der Theodor Wonja Michael Bibliothek zusammengestellte Präsenzbibliothek versammelt Literatur zu Black Ecologies. Ein weiterer, familienfreundlicher Lesebereich mit Kinder- und Jugendliteratur zu Pflanzen, Umwelt und Nachhaltigkeit entsteht in Kooperation mit der Buchhandlung Der kleine Laden.
Erstes Ausstellungskapitel:
Frühling 2026 – Wovon träumt Pewen?
Neyen Pailamilla

Der Auftakt der Ausstellung versteht Pflanzenwissen als Lernraum, Heilungsort und Beziehungspraxis. Im Zentrum steht die Pewen (Andentanne), ein heiliger Baum der Mapuche, der für Widerstand, Spiritualität und kollektive Identität steht. Der Frühling eröffnet einen Raum für verkörpertes, sinnliches und gemeinschaftliches Lernen zwischen Mensch und Pflanze.
Öffnungszeiten: 19. März 2026 – 14. Februar 2027, Mi-So 14-18 Uhr, Global Heritage Lab in P26, Poststraße 26, 53111 Bonn.
